Verdrängung und soziale Segregation

Soziale Stadtentwicklung braucht soziales Mietrecht. Berlin muss sich jetzt entscheiden.


Viele Berlinerinnen und Berliner treibt die Sorge vor steigenden Wohnkosten um. Etliche befürchten, weitere Mietsteigerungen nicht mehr tragen zu können und das angestammte Wohnumfeld verlassen zu müssen. Entsprechende Ängste sind berechtigt. Auch wenn das Berliner Mietniveau dem nationalen und internationalen Vergleich hinterherhinkt, stellen anziehende Nettomieten und explodierende Mietnebenkosten viele Bewohner unserer Stadt vor existenzielle Probleme. Exemplarisch dafür ist die Situation im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Hier ist die Bevölkerungsdichte eine der höchsten in ganz Europa. Gleichzeitig gehört das Durchschnittseinkommen zum niedrigsten im gesamten Bundesgebiet. Studien zeigen, dass bereits heute ein erheblicher Anteil Einkommens für Wohnen verausgabt werden muss, Tendenz steigend.

Weiterlesen...
 
Eine Kette von Versäumnissen und leeren Worten

Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen, Orient und Okzident sind nicht mehr zu ­trennen.

Goethe

Integration in Deutschland

Leitkultur, Einbürgerungstest, Ausländergesetze, Demographie, Deutschpflicht auf Schulhöfen, Pisa, Gewalt unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund – in kaum einem Land finden derart viele stürmische Debatten über all diese Themen statt. Und in kaum einem Land gibt es so wenig Ergebnisse nach Debatten und wird letztendlich so wenig getan, um die »Probleme« zu lösen. Aber nicht nur die Politiker diskutieren. Auch die Öffentlichkeit befasst sich unverhältnismäßig viel mit »Integration und Migration« und lässt es sich nicht nehmen, ihre Anmerkungen und Analysen über das Land mithilfe der Medien zu verbreiten. Dass kaum rationale Diskussionen über die zukünftige Gestaltung der sogenannten Einwanderungsgesellschaft geführt werden, der eigentliche Kern auf den Islam reduziert wird, während kaum über alltägliche Diskriminierungen oder die Probleme von Migranten/innen gesprochen wird – davon nimmt keiner Notiz. Zu laut sind die Stimmen derer geworden, die zur Verbreitung billiger Klischees über Deutsche, Araber, Türken undifferenziert, aber für jeden hörbar, beitragen.
Weiterlesen...
 
Krise und Kreuzberg

Was Krise und Kreuzberg miteinander zu tun haben


Schon vor der internationalen Finanz und Bankenkrise gehörte die Krise zum Alltag der KreuzbergerInnen. Jeder dritte hier lebt nämlich in Armut. Bei Menschen ohne deutschen Pass liegt die Armutsquote sogar deutlich über 40 Prozent. Ca. 19.500 Kinder und Jugendliche wachsen hier in Armut auf. Und in Kreuzberg stirbt man(n) im Durchschnitt 4 Jahre früher als in Wilmersdorf. Die Lebensbedingungen haben sich in den letzten Jahren für die Mehrheit der Menschen im Kiez kontinuierlich verschlimmert. Währenddessen zerstört der Senat die letzten Reste von sozialer Abfederung durch eine radikale Sparpolitik. Schon vor der Krise wurde in Berlin das Geld lieber für die Rettung einer Bank spendiert. In Zeiten der internationalen Bankenkrise werden nun auch von anderen Regierungen Milliarden lockergemacht, um die Geschäfte der Multis am Laufen zu halten. Milliarden, die angeblich immer fehlten, um wenigstens etwas sozialen Ausgleich zu schaffen. Im Kiez kann es deshalb keinen wundern, dass es brodelt.

Weiterlesen...
 
Faschisten in Kreuzberg – die »Grauen Wölfe«

Faschistische Strukturen in Kreuzberg? Der Berliner Bezirk gilt gemeinhin als multikulturell, tolerant, offen und somit auch als ziemlich schwieriges Pflaster für Nazis, Faschisten und Rassisten. Doch der Schein trügt. Zwar haben rechtsextremistische Gruppen wie die NPD durchaus Probleme, mit ihren Parolen gegen »Überfremdung« und für die deutsche »Herrenrasse« bei der Kreuzberger Bevölkerung zu landen, dennoch tauchten in den letzten Jahren vermehrt Aufkleber der »Autonomen Nationalisten« und der NPD zwischen Moritzplatz und Halleschem Tor auf. Doch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist augenscheinlich sehr gering. Dabei müssen Faschisten nicht zwingend deutscher Herkunft sein. Neben dem Wedding ist Kreuzberg eine der Berliner Hochburgen der türkischen rechtsextremen Partei der Nationalen Bewegung (Milliyetci Hareket Partisi – MHP) und ihrer Jugendorganisation, der »Grauen Wölfe« (Bozkurtlar).

Weiterlesen...
 
Kick und SportJugendClub Kreuzberg


1991 ist das Projekt »KICK« – Sport gegen Jugenddelinquenz mit einem Modellversuch in Kreuzberg entstanden und im Jahre 1993 auf andere Bezirke ausgeweitet worden. Das Kick-Projekt will Jugendliche durch eine »sanfte« Organisationsform für eine aktive und sinnvolle Freizeitgestaltung sensibilisieren. Die wesentlichen Methoden der Sozial- und Sportpädagogen des Kick-Projekts liegen dabei in den Bereichen Beratung, Betreuung, Vermittlung, Vernetzung. Über den Bereich Sport und Bewegung, wird die Ebene der Kommunikation zwangsläufig nebenher erreicht. Eine wesentliche Zielsetzung von KICK ist die Integration von am Sport interessierten Jugendlichen in Sportvereine. Die Konzeption der sportorientierten Jugendarbeit ist als lebensweltorientierte Jugendarbeit ausgelegt, in deren Mittelpunkt interessen- und bedürfnisgeleitete Freizeitsportangebote stehen.

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 2